A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Cabo Sardão

Ein anderer Ausflug von Vila Nova de Milfontes aus führte uns zu einem spektakulären Stück portugiesischer Atlantikküste. Bisher haben wir schon einige herausragende Steilküsten um Milfontes gesehen, aber die Küsten von Almograve und besonders des Cabo Sardão setzen dem noch einmal die Krone auf.

Kurz hinter dem Ort Almograve endet die Stichstraße an einem großen Parkplatz. Normalerweise ist dieser für Wohnmobile gesperrt, aber jetzt im Winter sagt niemand etwas, wenn man tagsüber dort parkt.

Links vom Parkplatz breitet sich der Strand von Almograve aus.

Direkt vor dem Parkplatz beginnt jedoch nach Norden führend ein wunderschönes Stück Steilküste mit anschließenden Dünen. Wir hatten uns für den Ausflug einen schönen Tag ausgesucht, denn nur dann sieht die Landschaft richtig gut aus. Dann kommen die vielen Farben der Natur, des Meeres und der Gesteine zum Vorschein. Bei einem solchen Anblick muss man einfach hingerissen sein. Es ist kaum möglich zu beschreiben was man sieht, deshalb lassen wir Bilder sprechen.

Zirka zehn Kilometer Richtung Süden liegt das Cabo Sardão. Die Straße zur Küste endet direkt vor dem Leuchtturm.

Links neben dem Leuchtturm befindet sich der wohl offenste Fußballplatz der Welt. Golfplätze direkt an rauen Küsten haben wir schon gesehen, aber einen Fußballplatz noch nie. Er wird nur an den Stirnseiten durch einen hohen Zaun geschützt, und es gibt keine Sitzplätze oder ähnliches. Das ist schon verrückt.
Am Fußballplatz kann man parken und von dort aus einen Rundweg entlang der Klippen spazieren. Teile davon gehören zur Rota Vicentina, dem Wanderweg entlang der südlichen Küste, auf den wir schon in Milfontes gestoßen waren.

Wir sind eigentlich hier her gekommen, weil Weißstörche Nester in die windumtosten Klippen gebaut haben sollen, eine einmalige Kuriosität in der Welt. Dies steht in einem Ausflugsprospekt der Touristinformation. Was uns jedoch erwartete, ist das spektakulärste Stück Küste, was wir bisher gesehen haben. Die Klippen sind wohl die höchsten an der Costa Viventina.

Die schwarzen Basaltfelsen, die mit weißen Quarzadern durchzogen sind, machen den Anblick noch dramatischer. Der Basalt hat sich in Lagen gespalten, die fast senkrecht stehen. An deren Fuß nagt die Brandung am Fels.

Mehrere Buchten haben sich gebildet, die jede für sich atemberaubend sind. Auf dem Plateau wachsen Azaleenbüsche, ebenso unerwartet an dieser Stelle. Sie machen die Hälfte der Vegetation aus. Außerdem sind mehrere Aussichtspunkte vorhanden.

So sehr wir auch nach den Storchennestern Ausschau hielten, wir konnten keines finden. Als wir auf dem Campingplatz zurück waren erklärte man uns, dass man sie nur findet, wenn man weiß wo man suchen muss. Da die Abgründe an den Klippen sehr hoch sind und senkrecht in die Tiefe gehen, sollte man sich nicht zu nah heran wagen. Das macht die Sache auch nicht einfacher. Trotzdem hat sich der Ausflug zum Cabo Sarão schon wegen den An- und Aussichten mehr als gelohnt.

Odemira

Von Vila Nova de Milfontes aus unternahmen wir eine Rundreise mit dem Hauptziel Odemira. Begonnen haben wir die Fahrt am Flohmarkt in Brunheiras, zwei Dörfer weiter. Dieser Flohmarkt ist eigentlich ein Wochenmarkt, der Samstags stattfindet. Jemand sagte sogar, dass er nur jeden 2. und 4. Samstag im Monat geöffnet ist. Angeboten wird alles von Lebensmitteln, Bekleidung, Haushaltswaren, Gartenzubehör und Pflanzen sowie Kleinvieh. Mehrere Stände sorgen für das leibliche Wohl. Hier geht es ziemlich lautstark zu und es ist ein besonderes Erlebnis.

Von Brunheiras fuhren wir über São Luis nach Odemira. Es ist eine schöne Fahrt über Land, welches sich schon von der Küstenlandschaft unterscheidet.

Nördlich von Odemira liegt ein Wanderparkplatz, Estação da Biodiversidade da Ribeira do Torgal. Von hier startet ein Wanderweg entlang eines Baches. Sehenswert ist schon der Startpunkt mit der hellen Bogenbrücke und Felsformationen.

Da taucht man auf dem Weg in eine Landschaft ein, die aussieht, als wäre das Wort Trockenheit hier fremd. Der Wald ist zwar im Winter nicht so grün wie an der Küste, aber die kahlen, zum Teil alten Bäume verleihen dem Bachteil ein eigenes Aussehen.

Unser Wanderziel war eigentlich die Klamm „Pego das Pias“, aber wegen des vielen Regens über die letzten Monate ist der Weg teilweise eine Seenlandschaft und nur mit Gummistiefeln zu begehen. Wir kamen dort leider nicht weiter, sehr schade.

Also fuhren wir nach Odemira weiter. Die Kleinstadt, die eher wie ein Bergdorf anmutet, liegt direkt am Fluss Mira, der in Milfontes in den Atlantik mündet. Hier finden sich große Supermärkte, in denen man sich auch einmal mit Lebensmitteln eindecken kann, die die kleinen Läden in Milfontes nicht bieten.

Odemira selbst ist ganz schön, eingebettet in eine Hügellandschaft. Wohnmobile kann man am südlichen Ufer der Mira parken. Von dort aus sind an einem Hang große Buchstaben zu lesen, die das Wort „Chocolate“ formen.

Wir starteten unseren Rundgang durch Odemira an der Fußgängerbrücke, die vom Parkplatz zur Altstadt führt. Diese ist nicht groß und zieht sich einen Hügel hinauf. Während das Flussufer auf beiden Seiten hübsch und neu gestaltet ist zeigt sich die Altstadt in einem schlechten Zustand. Nur wenige Häuser sind restauriert, aber viele Gassen weisen einen neuen Belag auf. Man bemüht sich offensichtlich, die Altstadt auch wieder schön zu machen.

Ganz oben stehen zwei Kirchen.

Von dort aus spazierten wir wieder zum Fluss hinunter. An der Fachwerkbrücke, über die der Verkehr über die Mira fließt, lädt ein kleiner Aussichtspunkt zu einer Pause ein.

Auf der gleichen Ecke steht ein Hinweisschild zur Schokoladenmanufaktur. Zweihundert Meter sind es noch bis dorthin. Sie befindet sich an einem Hang. Von der kleinen Terrasse des Hauses hat man einen wunderschönen Blick über Odemira, bis hin zu einer Figurengruppe, dem „Monumento ao Cante Alentejano“. Der Cante Alentejano ist ein traditioneller polyphoner Gesang, der im unteren Alentejo gepflegt wird. Seit 2014 steht er auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO.

In der kleinen Schokoladenmanufaktur de Beatriz werden Pralinen und Tafelschokolade angeboten, die mit verschiedensten Zutaten ergänzt wird, angefangen von Kokos über Ingwer bis hin zu Chilli. Einhundert Gramm werden zwischen 6,90 und 7,90€ verkauft. Neben ein wenig Schokolade, die wir kauften, tranken wir noch einen heißen Kakao auf der Terrasse, gerade richtig bei den herrschenden kühlen Temperaturen.
Dann fuhren wir nach Milfontes zurück.

Vila Nova de Milfontes

Auf Empfehlung eines Bekannten, der schon viele Winter hier verbringt, mieteten wir uns für einen Monat auf dem Campingplatz Milfontes ein. Es ist ein ACSI-Platz für 19,-€ am Tag. Bleibt man einen Monat bekommt man 30% Rabatt. Es ist ein großer Campingplatz mit ausreichend Platz im Winter, allerdings sind die sonnigen Plätze rar gesät. Nach einer Woche Aufenthalt auf einem grünen, aber recht schattigen Platz, wechselten wir auf einen recht freien Platz, auf dem die Sonne länger am Tag scheint. Durch die vielen Bäume, die im Sommer sicher sehr hilfreich sind, hat aber jeder Platz ein tägliches Sonnendefizit.

Der vordere ältere Teil des Campingplatzes ist mit Kiefern bewachsen, der hintere jüngere Teil mit Eukalyptus. Wir finden Eukalyptusbäume spannend, müssen aber inzwischen feststellen, dass sie sehr viel Arbeit machen. Ständig fallen Rindenstücke, Blüten und Samenkapseln herunter. Die Angestellten des Platzes haben jeden Tag zu tun, den Boden sauber zu halten.

Vila Nova de Milfontes liegt an der südlichen Atlantikküste Portugals, direkt an der Mündung des Flusses Mira. Der kleine Erholungsort zählt zu den schönsten Plätzen an der Westküste Portugals, nicht zuletzt, weil die ruhige Flussmündung direkt an der rauen Atlantikküste liegt. Die beiden Gegensätze sind sehr spannend. Ebbe und Flut tragen ihren Teil dazu bei. Wenn die Gezeiten ihren Höhepunkt haben drängt sich das Wasser durch die schmale Mündung des Flusses hinaus oder hinein. Dazu ist das typische Gezeitengeräusch deutlich zu hören.

Bei Ebbe liegen die Sandbänke, die sich im Fluss gebildet haben, frei. Die Flussufer sind sandig, in Milfontes lädt ein Strand zum Verweilen ein. Er breitet sich von der kleinen Burg bis zu einer Felsnase aus, die den Übergang zum Atlantik kennzeichnet. Insgesamt ist das ein sehr beeindruckendes Bild, vor allem, wenn die Sonne scheint.

Etwas weiter im Landesinneren ist die Brücke zu sehen, über die wir nach Milfontes gekommen sind.

Direkt auf der Ecke zwischen Flussmündung und Atlantik liegt ein Aussichtspunkt, von dem man einen wunderbaren Blick nach allen Seiten hat. In der Mitte des Rondells steht eine Skulptur aus Metallteilen. Im Volksmund hat sie den Namen „blauer Mann“. Eine Beschreibung gibt es dazu nicht, aber der Mann hat offensichtlich eine Verbindung zum Wasser und hebt einen Globus über seinen Kopf, von dem ebenfalls Wasser tropft. Die Skulptur ist sehr gut gemacht und das Blau leuchtet in der Sonne, wenn sie scheint.

Von hier aus sieht man auch, dass sich Milfontes mit Hilfe einer breiten Dünenlandschaft vor den Unbilden des Atlantiks schützt. Deshalb ist der Weg vom Campingplatz zum Strand auch einen guten Kilometer lang.

Die Sanddünen enden an einer sehr attraktiven Steilküste, die wie schon im Doñana-Park vielfarbig sind. Es gibt jedoch einen Unterschied: die sandigen Schichten liegen auf schwarzem Basalt, was sehr überraschend ist. Allerdings haben wir Basaltfelsen schon an der Küste von Zambujeira do Mar gesehen.

Die Steilküste wird noch interessanter, weil sich Felsnasen mit einem langen und mehreren kleinen Stränden abwechseln. In einer der kleinen Buchten liegt noch ein Wrack, von dem aber nicht mehr wirklich etwas übrig ist. Eigentlich sind nur noch der Motor und die Antriebswelle neben einigen wenigen anderen Schiffsteilen übrig. Diese Reste fallen immer schneller zusammen. Das hört man, wenn höhere Wellen gegen die Stahlteile schlagen. Dann scheppert es schon mal. Das Wrack war ein Ausflugsboot, welches in den 1960er-Jahren gestrandet ist.

Aber auch das Städtchen Vila Nova de Milfontes ist sehenswert, vor allem die sehr übersichtliche Altstadt mit den engen Gässchen und ruhigen Winkeln. Es gibt mehrere Zugänge zum Flussufer oder zum Strand. Im Sommer starten Bootsfahrten den Mira hinauf und es gibt eine Fähre auf die andere Seite des Flusses. Ein Fischrestaurant hat auch über den Winter geöffnet.

Oberhalb des Fähranlegers thront das kleine Kastell São Clemente, welches sich jedoch in Privatbesitz befindet.

Gleich daneben breitet sich ein kleiner Platz aus, von den sich ein schöner Blick über den Mira bietet. Auf dem Platz steht ein Denkmal für die Flugpioniere.

Am anschließenden Strand Praia da Franquia können wir die Einkehr in das kleine Restaurant „Quebramar“ empfehlen. Wir haben den „schwarzen Reis mit Meeresfrüchten für 2 Personen“ bestellt und damit eine sehr gute Wahl getroffen. Der Reis ist mit viel echter Tintenfisch-Tinte angemacht, deren Eigengeschmack sehr gekonnt kaschiert wird. Darin befindet sich genauso viel Tintenfisch wie Reis. Gekrönt wird das Gericht von vier Gambas. Das ist echt lecker, dazu kommt die Aussicht auf den Fluss, seine Ufer, den Strand und die Wellen des Atlantiks.

Der größte Teil der Stadt Vila Nova de Milfontes ist recht jung. Die Häuser sind weiß gestrichen und mit zumeist blauen Fenster- und Türrahmen oder dekorativen Elementen verziert. Neben blau werden auch oft Ockertöne, grün oder rosa verwendet.

Vor allem an der Hauptstraße reihen sich viele Geschäfte aneinander. Hier bekommt man alles was man zum Leben braucht. Kleine Lebensmittelläden sind jedoch in vielen Nebenstraßen der Stadt zu finden, so dass der Weg nie weit ist. Die Markthalle hat jeden Vormittag geöffnet, außer montags. Dort werden vor allem frischer Fisch, Obst und Gemüse angeboten, auch einen kleinen Bäcker gibt es.

Direkt neben dem Camping Milfontes stehen Neubauten, die für englische Zugewanderte gebaut wurden. Sie zeichnen sich durch einen viktorianisch angehauchten Baustil aus.

Zum Stadtbild gehören ebenso mehrere kleine Kirchen. Am attraktivsten ist die Igreja de Nossa Senhora da Graça in der Altstadt. Eine relativ neue Kirche mit einem schönen Glockenturm steht in der Nähe des Fußballplatzes, die Igreja de Nossa Senhora de Fátima.

Weil ich gerade beim Fußballplatz bin: in Vila Nova de Milfontes verfolgten wir unser erstes Fußballspiel live. Der Eintritt kostet 5,-€. Wir durften einem Fußballspiel beiwohnen, in dem die heimische Mannschaft Praia Milfontes gegen den Regionalliga-Ersten spielte. Die Zuschauermenge blieb dabei sehr übersichtlich, denn es gibt nicht viele Plätze.

Nach dem Einmarsch der Mannschaften wurde zuerst eine Schweigeminute eingelegt, denn vor wenigen Tagen war ein ehemaliger Trainer verstorben. Zu seinem Begräbnis fanden sich sehr viele Leute ein, als wir zufällig an der Fátima-Kirche vorbei kamen.
Dann startete das Spiel. Mehrere Spieler der gegnerischen Mannschaft waren sehr groß, womit diese scheinbar im Vorteil war. Als es „unserer“ Mannschaft gelungen war, den 1:1-Ausgleich zu schießen, fand sie ins Spiel und gewann am Ende 3:2. Bei jedem Tor der Mannschaft von Milfontes nahm man sich die Zeit eine Siegermusik zu spielen, was sehr emotional war. Im Verlauf des Spiels feuerten die Einheimischen ihre Mannschaft mit lauten Rufen an oder pfiffen die Spieler der gegnerischen Mannschaft bei einem Verstoß aus. Auf jeden Fall verteilte der Schiedsrichter einige gelbe Karten. Das war ´mal ein Erlebnis für uns.

Auf unseren Spaziergängen durch die Natur stießen wir auf zwei Neuigkeiten, die wir noch nie gesehen haben. Gerade fangen Pflanzen an zu blühen, die wir Montbretien aussehen. Bei genauerer Betrachtung stellten wir jedoch fest, dass es sich um Chasmanthe Kobra-Lilien handelt. Es sind zwar beides Schwertliliengewächse, haben aber verschiedene Blüten. Sie wachsen hier an fast jeder Ecke. Der viele Regen der letzten Zeit brachte diese schönen Pflanzen jetzt zum Blühen.

Die andere Neuigkeit sind Iberische Elstern, die wir in dem Waldstück hinterm Campingplatz fanden. Beim Flug sehen sie wie Elstern aus, leuchten aber dabei blau. Sie sind sehr scheu und lassen sich so gut wie nicht beobachten. Nur einmal saß eine Elster so lange auf einem Ast, dass ich sie mit der Kamera einfangen konnte. Leider war sie beim Auslösen schon wieder auf und davon.
Dafür konnte ich einen Wiedehopf mit der Kamera einfangen, der sich ebenfalls dort aufhielt.

Ein Ausflug führte uns zum südlichen, gegenüberliegenden Flussufer der Mira. Kurz hinter dem Picknickplatz, der sich am südlichen Brückenende der Ponte de Vila Nova de Milfontes befindet, von der man übrigens auch einen wunderschönen Blick in Richtung Atlantik hat, ist eine kleine Holztüre in den dort befindlichen Zaun eingebaut. Sie ist leicht zu übersehen und gehört zum Wanderweg „Costa Vicentina“.

Durch einen schönen kleinen Mittelmeerwald mit alten Korkeichen, Myrthesträuchern und gelb blühendem Stechginster erreicht man eine große Ruine, die wohl einmal ein Palast werden sollte, und mehrere kleine Ruinen.

Von hier oben bietet sich ein herrlicher Blick auf die weiße Stadt Milfontes, das kleine Kastell bis hin zum Aussichtspunkt mit dem Blauen Mann. Normalerweise befördert eine kleine Personenfähre die Leute über die Mira, aber jetzt im Winter hat sie wohl den Betrieb eingestellt.

Der Wanderweg führt dann hinunter zum Strand und dem Strandrestaurant „Oasis“. Davor breitet sich ein Strand aus, der sich entlang des Flussufers bis zum Atlantik hinzieht. Unterhalb des Aussichtspunktes ist bei Ebbe zu sehen, wie sich das ablaufende Flusswasser und die Wellen des Atlantiks treffen.

Folgt man dem Strand entlang des Atlantiks weiter nach Süden, trifft man wieder auf Felsenklippen, die sich mit kleinen Strandabschnitten abwechseln. Bei Niedrigwasser kann man dort die ganze Küste weiter zu Fuß erkunden. Man sollte dann nur sehen, dass man bei Flut wieder zurück ist.

Noch eine Empfehlung haben wir. Zirka drei Kilometer nördlich von Milfontes liegt der kleine Fischerhafen der Stadt. Es ist das erste Mal, dass wir den Fischerhafen so weit entfernt einer Stadt sehen. Eine kleine Straße führt dort hin. Bevor sie nach unten zum Hafen führt, befinden sich ein Parkplatz, ein kleines Restaurant und ein Aussichtspunkt auf der Höhe. Sonst existiert dort nichts.

So spazierten wir zum Fischerhafen hinunter. Er ist sehr idyllisch gelegen. Auch hier lädt ein Restaurant zum Essen ein.

Die Steine, mit denen die Mole gebaut wurde, erstaunten uns mit ihrer Farbenpracht.

Im Meer schauen mehrere kleinere Felsen aus dem Wasser. Einer davon besitzt ein Loch, ein anderer sieht wie eine Delfinflosse aus.

Unser Aufenthalt in Vila Nova de Milfontes war eine schöne Gelegenheit die nähere Umgebung etwas intensiver zu erleben. Sie hält einige Überraschungen und wunderschöne Küstenabschnitte bereit. Die anfängliche Feststellung des Reiseführers, dass die Mündung des Mira eine der schönsten Landschaften Westportugals ist, können wir nur bestätigen.

Zambujeira do Mar

Von Portimão aus fuhren wir jetzt auf kürzestem Wege nach Vila Nova de Milfontes, wo wir einen Monat lang auf einem Campingplatz verbringen werden. Das heißt, auf der A22 bis zu deren Ende weiterfahren, um die Fahrt auf der N120 fortzusetzen. Auf diesem Weg begleitete uns eine hügelige Landschaft mit Oliven, Wein, hin und wieder kleinen Korkeichenwäldern und zunehmend Eukalyptusbäumen. In der Landschaft verteilen sich kleine weiße Dörfer und Landgüter. Hier und da ist auch die ein oder andere Windmühle zu sehen.

Die komplette Küste von Sagres bis kurz vor Sines gehört zum Naturpark Alentejano Costa Vicentina. Das bedeutet, dass im gesamten Gebiet das Freistehen über Nacht verboten ist, bis auf ein paar wenige Stellen.

Um wenigstens noch etwas von der Küste zu sehen bogen wir in S.Teotónio nach Zambujeira do Mar ab. Bis jetzt fuhren wir nur an ruhigen Küsten mit gelegentlichen lieblichen Steilküstenabschnitten entlang. Klar, wir befinden uns inzwischen an der atlantischen Küste, wurden aber von der hiesigen wilden und gewaltigen Küste überrascht.

Schon wenn man in Zambujeira do Mar einfährt strahlt der kleine Ort in gleißendem Weiß. Am Ortseingang parkten wir das Wohnmobil und spazierten zur Küste. Auf einem kreisrunden Platz steht die kleine Capela de Nossa Senhora do Mar.

Gleich dahinter beeindruckt eine tiefe schwarze Bucht, deren Basaltfelsen senkrecht ins Meer und dem Strand abfallen. Die schwarzen Klippen und der tosende Atlantik wirken direkt bedrohlich, aber wunderschön.

Auf einem Fußpfad gelangt man zur nächsten Bucht.

An der Oberfläche dieser Klippe liegen rötliche Sandsteine frei, die mit attraktiven Quarzadern durchsetzt sind. Der Quarz ist in kleine rechteckige Stücke zerbrochen. So etwas haben wir auch noch nicht gesehen.

Nur schweren Herzens konnten wir uns von diesem schönen Fleckchen Erde trennen, um an der Küste weiter nach Norden zu fahren. Es gibt jedoch kaum weitere Möglichkeiten, sich die Küste hier anzusehen.
In Porto das Barcas hielten wir noch einmal, aber dort stehen nur drei Fischerhütten an der immer noch dramatisch wirkenden Felsenküste.

Über Cavaleiro und durch eine einsame Landschaft erreichten wir unser Ziel Vila Nova de Milfontes.

Portimão

Langsam lief uns die Zeit davon, denn wir wollten in drei Tagen im Alentejo (Südportugal) sein. Deshalb fuhren wir auf der A22 durch die Algarve. In Portimão legten wir eine zweitägige Rast ein. Auf unserer ersten Fahrt entlang der Algarve vor neun Jahren hatten wir uns schon an dieser Küste umgesehen, in Portimão waren wir jedoch nicht.

Zuerst noch eine Anmerkung zur portugiesischen Autobahn A22. Sie ist seit dem 1. Januar 2025 mautfrei, allerdings sorgte die Station zur Registrierung für das portugiesische Autobahnnetz, die sich kurz hinter der Grenze befindet, für Verwirrung. Dort sind die Schranken geschlossen und die Automaten funktionieren, obwohl eine Tafel zeigt, dass die A22 mautfrei ist. Merkwürdig. Also registrierten wir uns, bezahlten aber nichts. Unterwegs stehen noch Mautbrücken, die allerdings nicht mehr aktiv sind. Auch unser Navi zeigte die Autobahn als mautfrei an. Nachdem wir eine ganze Strecke gefahren waren, waren wir sicher, dass die A22 tatsächlich mautfrei ist. Hervorragend.

In Parchal, am gegenüberliegenden Ufer des Flusses Arade liegt Portimão, fanden wir einen Stellplatz für 10,-€ mit allem. Dort verbrachten wir zwei Nächte, weil wir uns in der Gegend umsehen wollten.

In Parchal ist nicht viel los, aber man kann gut einkaufen. Einige Supermärkte und ein Einkaufszentrum bieten alles, was man braucht. Das Auffälligste sind die Störche, die sich zahlreich in der Stadt niedergelassen haben. Fast jeder Mast trägt ein Nest. Das riesige Staples-Werbeschild ist quasi das Storchenzentrum. Auch auf dem Lampenmast vor dem Stellplatz hat sich ein Storchenpaar niedergelassen.

Die alten Salinen entlang des Flusses werden gerade ausgebaggert und sich nicht in Betrieb. Auf den Wiesen entlang der Salinen und am Flussufer suchen sich die Störche, und auch Silber- und Graureiher, ihre Nahrung.

Etwas weiter den Fluss hinauf verbinden zwei Brücken die Ufer, eine Bogenbrücke und eine weiß strahlende Hängebrücke.

Überquert man die Ponte Velha gelangt man nach Portimão, eine der größten Städte der Algarve. Die Promenade Ribeirinha und die Altstadt sind ganz schön.

Der Naturhafen an der Mündung des Arade veranlasste schon die Römer hier zu siedeln. Bis ins 18. Jahrhundert wurde die Tradition der Fischerei fortgesetzt. Dann kam der Aufschwung und das Bild des heutigen Zentrums entstand. Im Sommer starten von der Promenade aus viele Ausflugsschiffe. Jetzt ist gerade ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut, auf dem man einen Glühwein bei Weihnachtsmusik genießen kann.

Wir spazierten anschließend eine Weile durch die Altstadt von Portimão und kamen zuerst zum Fonte do Jardim 1 de Dezembro, einem kleinen Park. An den Längsseiten des Parks stehen steinerne Bänke, die mit blau-weißen Fliesenbildern geschmückt sind. Sie stellen die Geschichte Portugals nach, beginnend mit der Unterzeichnung des Vertrages von Zamora am 5. Oktober 1143, in dem das Königreich Kastilien und Léon die Unabhängigkeit des Königreiches Portugal anerkennt. Portugal ist somit der älteste Nationalstaat Europas. 1910 löste die Portugiesische Republik die Monarchie ab. Dargestellt sind ebenso die maurische Besatzung wie auch die portugiesischen Entdeckungsfahrten auf den Meeren.

An der oberen Stirnseite des Platzes steht das Stadttheater.
Die gepflasterten Gassen der Altstadt sind verwinkelt, aber die Bausubstanz lässt an vielen Stellen sehr zu wünschen übrig. Einige Häuser wurden inzwischen rekonstruiert und zeigen sich von ihrer besten Seite, alt und neu folgen rasch aufeinander.

Auf der Hügelspitze steht die Kirche Nossa Senhora da Conceição. Die alte Kirche wurde 1755 durch ein Erdbeben zerstört. Danach baute man die Kirche wieder auf, nur der Portikus ist original. Eine große Freitreppe führt zur Terrasse, die sich vor der Kirche ausbreitet.

Nach deren Besuch schlenderten wir wieder zum Ufer und kamen so zum alten Fischerviertel, in dem heute mehrere Fischrestaurants um Gäste werben. Auf dem alten Schornstein befindet sich ein Storchennest. Um den Fuß des Schornsteines herum hat man einen großen Freiluftgrill gebaut.

An der alten Familienfischerei prangt ein schönes Fliesenbild aus dem Jahre 1922.

Der kleine Hof, in dem die Restaurants liegen, ist vollkommen von der Außenwelt abgeschlossen. Es führen nur zwei Durchgänge hinaus und hinein.

Santiponce

Nach dem Besuch von Itàlica in Santiponce besuchten wir noch das Kloster San Isidoro del Campo am anderen Ende der Stadt. Das Kloster wurde im Jahre 1301 von Guzman dem Guten, auf dessen Spuren wir schon in Tarifa gestoßen waren, und seiner Ehefrau gegründet und im Laufe seiner Geschichte von verschiedenen Ordensgemeinschaften verwaltet. Sie hinterließen alle im Bau und in den Dekorationen ihre Spuren. Vor allem die im 20. Jahrhundert restaurierten Fresken, die aus dem 15. Jahrhundert stammen, sind außergewöhnlich.

Das Kloster, zuerst eine Zisterzienserabtei, wurde auf einer Einsiedelei erbaut, die der Legende nach auf der Grabstätte des Heiligen Isidor von Sevilla, der auch Bischof von Sevilla war, stand.
Im 16. Jahrhundert fand in diesem Kloster die erste Übersetzung der Bibel ins Spanische statt.
Erst 1836 löste man das Kloster auf, die Anlage blieb jedoch erhalten. 2002 erfolgte eine Restaurierung.

Bevor man das Kloster betritt spaziert man durch einen kleinen maurisch anmutenden Orangengarten. Auch der breite Pflasterweg aus Flusskieseln ist typisch maurisch.

Der Eintritt ins Kloster ist kostenlos. Wer Informationen zu den einzelnen Stationen im Kloster haben möchte sollte einen QR-Code-Scanner dabei haben.

Schon in der Kirche, die man zuerst betritt, ist man von den zusammengewürfelt anmutenden Stücken überwältigt. Da sind der riesige komplett vergoldete Altar, die große Chorausstattung und die kleinen barocken Glockenspiele zu nennen.

Hinter der Kirche befindet sich der Kreuzgang, der mehrere große und kleine Räume miteinander verbindet. In dessen Mitte steht ein Brunnen.

Sehr außergewöhnlich ist die Kombination aus christlichen und maurischen Dekorationen, wie wir es noch nirgends sonst gesehen haben. Wunderschöne maurische Fliesen und Fresken mit christlichen Motiven finden sich an der gleichen Wand, und dies an allen vier Seiten des Kreuzganges.

Eine mittelalterliche bemalte Holzkassettendecke schmückt einen der Räume.

Ein anderer Raum ist mit Kreuzgewölben nach oben hin abgeschlossen. An den beiden langen Wänden hängen riesige Gemälde. An einer der Stirnwände ist das Abendmahl dargestellt. Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Durch einen zweiten kleineren Innenhof gelangt man wieder in die Kirche, wo der Rundgang beendet ist.

Vorbei am Wasserturm von Santiponce und dem kleinen römischen Theater von Itàlica erreichten wir den Parkplatz und unser Wohnmobil.

Itàlica

Dies ist der im Kapitel Costa de la Luz erwähnte Beitrag zu Itàlica. Am nördlichen Stadtrand von Sevilla befindet sich die spanische Stadt Santiponce. Sie steht teilweise auf der antiken Stadt Itàlica, die als die erste römische Stadt auf hispanischem Boden gegründet wurde, und zwar im Jahre 206 vor Christus. Publius Cornelius Scipio hatte gerade die Karthager in der Schlacht von Illipa, ganz in der Nähe gelegen, besiegt und damit die Vorherrschaft der Karthager in Spanien besiegelt. Deshalb stellte er eine Legionärsabteilung auf, die er auf dem Gebiet des heutigen Santiponce stationierte. In der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. erhielt die Siedlung das Stadtrecht und während der Regierung von Hadrian (177 – 138 n.Chr.) das einer Kolonie.

Die Kaiser Trajan und Hadrian wurden in Itálica geboren, sowie eine große Anzahl römischer Senatoren. Diese Tatsache, seine strategische Bedeutung während des Hochrömischen Reiches und dass die Stadt an den Routen zum Bergbaugebiet der Sierra Norte de Sevilla und Huelva lag, verhalf ihr zu einer unglaublichen Flächenausdehnung von etwa 52 Hektar, die zu Hadrians Zeiten erreicht wurden.

Der derzeit zu besuchende Bereich gehört zum Komplex des sogenannten Nova Urbs, die der unter Hadrians Befehl erfolgter Stadterweiterung entspricht. Die Überreste der antiken Stadt Itàlica liegen heute unter dem Gebiet von Santiponce.

Das freigelegte Viertel besticht durch seine imposanten öffentlichen Gebäude und großen aristokratischen Wohnhäuser der reichsten Patrizierfamilien von Itàlica, sowie einigen der wichtigsten Bürgervereinigungen der Stadt.

Nach der Römerzeit wurde Itàlica vergessen, bevor man es im 16. und 17. Jahrhundert wiederentdeckte. Erste archäologische Ausgrabungen folgten. Im 19. Jahrhundert kam man zu dem Schluss, dass man diese Stadt schützen musste. 1912 erklärte man Itàlica zum Nationaldenkmal und seit Mitte der 80er Jahre kümmert sich die andalusische Regierung darum.

Wie ich schon geschrieben habe, ist der Eintritt für EU-Bürger frei, alle anderen Besucher zahlen 1,50€. Im Angesicht der immensen Arbeiten und der Größe des Geländes wird vielen Besuchern klar sein, das dies viel zu wenig ist.

Gleich hinter dem Eingang ist in der Rekonstruktion eines großen römischen Gebäudes das Museum der Ausgrabungsstätte untergebracht. Hier vermittelt ein kurzer Film das Leben im antiken Itàlica und zeigt, wie die Stadt einmal ausgesehen hat.

Danach werden verschiedene Aspekte wie die Wasserversorgung, die prächtigen Thermen, die Amphitheater, die Wohngebäude und der kaiserliche Kulttempel beleuchtet. Es wird auch über Trajan und Hadrian berichtet. Alles wird kurz und knapp gehalten, so dass es nicht langweilig wird.

Verlässt man das Museum gelangt man zu riesigen Ruinen, die zum großen Amphitheater gehören. Es wurde unter Hadrian erbaut und war das zweitgrößte im gesamten Römischen Reich, nach dem Kolosseum in Rom. Beim Bau wurden prunkvolle Materialien verwendet und es bot 35.000 Menschen Platz. Dies war mehr als das Dreifache der Gesamtbevölkerung der Stadt. Dies zeigt, dass die dortigen Spektakel so wichtig waren, dass die Leute aus ganz Hispanien dorthin strömten.

Das Gebäude hatte zwei Haupttore, eine zentrale Servicegrube für die Arena und drei Tribünenabschnitte. Ein schmaler Tunnelgang führt rund um die Arena. Von ihm gehen mehrere Räume ab, die verschiedenen römischen Göttern gewidmet waren. Auch die Wasserversorgung war gesichert. In der Arena fanden Jagden, öffentliche Hinrichtungen, religiöse Rituale und Gladiatorenspiele statt.

Die Größe und der Erhaltungszustand des Theaters ist sehr beeindruckend.

Oberhalb des Theaters betritt man die Stadt durch ein Tor, welches von zwei Türmen begrenzt wird. Die Mauer, die zu Hadrians Zeiten in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts erbaut wurde, war eineinhalb Meter dick und besaß einen Betonkern, der mit Steinquadern verkleidet wurde. Wie wir heute wissen erfanden die Römer den Beton, der zudem noch Jahrtausende überdauert. Alle zwanzig Meter erhob sich ein quadratischer Turm mit einer Grundfläche von fünf mal fünf Metern.

Das Viertel, welches man durch dieses Tor betritt ist ein neueres Viertel. Die Straßen waren breit, bis zu sechzehn Metern, und von Säulengängen gerahmt. Sie waren rechtwinklig angeordnet und begrenzten rechteckige Parzellen. Hier waren viele große Häuser und öffentliche Gebäude zu finden. Weite Teile des antiken Straßenbelages sind noch erhalten.

Unter dem Zugang zur Stadt verlief die Hauptabwasserleitung, wie heute noch deutlich zu erkennen ist. Das Abwassersystem wurde unter den Straßen verlegt. Die Kreuzungen der Straßen waren gleichzeitig die Kreuzungen der Leitungen.

Zuerst erfolgte die Wasserversorgung der Stadt durch ein Aquädukt. Das Wasser kam von den Quellen des Flusses Guardiamar und wurde in einer Zisterne gespeichert. Zu Hadrians Zeiten baute man ein neues Wasserversorgungsnetz. Das Wasser kam nun auch von den Quellen in der Nähe von Tejada (Huelva) und wurde durch Bleirohre nach Itàlica geführt, hauptsächlich zu den öffentlichen Brunnen und Bädern, wie auch zu den Theatern. Fließendes Wasser hatten nur die wohlhabenden Bürger in ihren Häusern. Gärten, Teiche, Brunnen und eigene Bäder waren Zeichen des Wohlstands. Sowohl die Wasserversorgung als auch die Abwasserentsorgung waren kontinuierlich und verlässlich.

Itàlica besaß zwei Thermalbäder, die kleinen und die großen Bäder. Die großen Bäder besaßen eine Palestra, hier 120×140 Meter groß. Dies ist ein Anbau, der als gesellschaftlicher Treffpunkt zum Baden und auch für sportliche und Freizeitaktivitäten genutzt wurde. Die Palestra nutzten ebenso die Athleten, die sich auf ihre Wettkämpfe vorbereiteten. Das große Thermalbad war das größte bekannte Bad in ganz Hispanien.

Nun noch ein Wort zu den Wohnhäusern, besser gesagt, den Herrenhäusern. Sie waren zwischen 1500 und 2200 Quadratmetern groß, besaßen einen Innenhof mit Säulen, den Peristyl, und zwei Etagen mit mehreren Räumen, darunter prächtige Salons, die man als Empfangsräume oder für gesellschaftliche Zusammenkünfte nutzte. Man zeigte gern was man hatte.

Einige Mosaike sind erhalten geblieben und können bewundert werden. Im Haus des Hylas, benannt nach dem zentralen Motiv des Mosaiks, welches heute im Archäologischen Museum in Sevilla aufbewahrt wird, fand man ein Motiv, bei dem es um die Argonautenfahrt auf der Suche nach dem goldenen Vlies geht. Darin wird Hylas von Nymphen gefangen genommen, als er Wasser aus einer Quelle holt. Sein Begleiter Herkules kann ihm nicht helfen.

stellvertretend für das Hylas-Motiv das Haupt der Medusa

Das Haus der Vögel, welches eine Fläche von 1700m² einnimmt, ist in zwei Hauptbereiche unterteilt: einem öffentlichen Bereich, zu dem die Kunden Zugang hatten, und einen privaten Bereich. Im Peristyl befand sich ein Garten mit einem Brunnen, der durch eine Zisterne versorgt wurde. Das namensgebende Mosaik zeigt dreiunddreißig verschiedene Vogelarten in unterschiedlichen Haltungen. Alle sind jedoch so positioniert, dass sie vom Eingang des Raumes aus betrachtet werden können.

In einem anderen Wohnhaus sind Bacchus und Ariadne dargestellt.

Sehr sehenswert und interessant sind auch die Darstellungen der Sieben-Tage-Woche im sogenannten Planetarium. Der Ursprung der Sieben-Tage-Woche liegt im Orient und ist wahrscheinlich jüdisch. Der römische Kaiser Konstantin übernahm sie im Jahre 321 n.Chr. und führte sie offiziell im Römischen Reich ein.

Die Einteilung der Wochentage basiert auf astronomischen Beobachtungen. Ägyptische Astronomen beobachteten, dass sich die Position der meisten sichtbaren Sterne im Verlauf des Jahres nicht verändern, mit Ausnahme von sieben Himmelskörpern: die Sonne, der Mond und die fünf Planeten, die mit bloßem Auge sichtbar sind: Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn. Die Tage wurden daraufhin nach den Himmelskörpern benannt, die die ersten Stunden des Tages einleiten. Noch heute leiten sich die deutschen Wochentage davon ab.

Es zeigt sich, dass der Besuch dieser bedeutenden Ausgrabungsstätte so interessant und umfangreich ist, dass der Eintrittspreis wirklich zu niedrig ist, finden wir.

Dieser Beitrag basiert auf den Informationen, die wir auf dem Ausgrabungsgelände erhalten haben.

Costa de la Luz

Von Tarifa aus wollten wir zu den Dünen von Valdevaqueros, wo wir auf unserer früheren Fahrt schon einmal waren. Wir wollten sie einfach noch einmal erleben. Doch leider ist der freie Stellplatz am Strand heute eingezäunt und Privatgelände. Der ACSI-Campingplatz gegenüber, auf dem wir damals standen, hatte geschlossen, obwohl er offen sein sollte. Also hieß es weiterfahren.
Wir fanden erst wieder einen Stellplatz am Leuchtturm von Trafalgar.

Das Wetter ist seit mehreren Tagen trüb und regnerisch. So sehr wir unsere Augen anstrengten, wir konnten keinen einzigen Waldrapp sehen. Diese seltenen Vögel konnten wir vor neun Jahren wunderbar beobachten, aber diesmal hatten wir kein Glück. An ihrem Schlafplatz in La Barca de Vejer, unterhalb der weißen Stadt auf dem Hügel, Vejer de la Frontera, kamen wir nicht vorbei. Diesmal fuhren wir auf der N340, die in diesem Bereich keine Parkmöglichkeit bietet.

Gute Stellmöglichkeiten für Wohnmobile sind rar an diesem Stück Küste. Wenn dann doch Parkplätze sind, ist die Gefahr groß, ausgeraubt zu werden. Also bleiben nur die gesicherten Camping- bzw. Stellplätze.

Wir suchten uns den Stellplatz „Caños de Meca“ im gleichnamigen Ort heraus. Der kostet mit Strom 18,-€. Am nächsten Morgen wussten wir, warum uns das Schicksal so weit an diesem Tag geführt hat. Abends begann es zu regnen, teilweise wie aus Kannen, und zu gewittern. Da war es schon gut, dass wir auch geschützt standen, und nicht irgendwo frei an einem Strand.

In einem trockenen Zeitraum des Tages spazierten wir durch die Dünen zum Leuchtturm von Trafalgar, den wir auch schon besucht hatten. Es hat uns damals so gut gefallen, dass wir einfach noch einmal herkommen mussten. Allerdings stürmte es ziemlich, und es war kühl, so dass das Spazieren am Strand und in den Dünen nicht wirklich Spaß machte. Dafür hatten die vielen Surfer was sie brauchten.

Trafalgar ist bekannt durch die Schlacht 1805, in der Frankreich seine Seeherrschaft an England verlor. Dabei starben mehr als fünftausend Soldaten, und es versanken unzählige Schiffe. Weitere Informationen habe ich in dem früheren Beitrag zum Leuchtturm von Trafalgar nieder geschrieben.

Das nächste Ziel sollte Jerez de la Frontera sein, um eine Sherry-Kellerei zu besuchen. Doch Sonntags haben die meisten von ihnen geschlossen, so dass wir eine Zwischenübernachtung in Puerto de Santa Maria, nördlich von Cádiz, einlegen mussten.
Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch eine riesige Salinen-Landschaft, die sich um Cádiz herum ausbreitet. Geschaffen wurde das Delta vom Rio San Pedro und vom Rio Guadalete.

Als wir auf dem Parkplatz am Guadalete ankamen, direkt gegenüber der Altstadt von Puerto de Santa Maria, stellten wir fest, dass wir hier auch schon gewesen waren.
Endlich waren wir aus dem Schlechtwettergebiet heraus. Der Himmel und die Sonne strahlten um die Wette, herrlich. Die Temperaturen sind mit 18°C auch wieder angenehm.

Diesmal spazierten wir von der Fußgängerbrücke kommend nach rechts. Dabei kamen wir zuerst am Kloster des Heiligen Geistes vorbei. Auf der Spitze des Giebels haben Störche das dort befindliche Nest besetzt.

Etwas weiter, am Bahnhof und Busbahnhof der Stadt vorbei, erreicht man das Viktoria-Kloster, das Kloster des Sieges. Es wurde 1504 erbaut und war das erste Kloster dieser Stadt, welches mit der Evangelisierung Amerikas in Verbindung stand.

Als wir dort ankamen war gerade Weihnachtsmarkt. Neben Kunsthandwerk bot ein Imker Honig an. Von den verschiedenen Sorten probierten wir, bevor wir je ein Glas Erdbeerbaum-Honig und Kastanien-Honig kauften. Die bekommt man ja nicht alle Tage. Vom Erdbeerbaum-Honig hatten wir noch nie etwas gehört. Beide Sorten schmecken sehr lecker und außergewöhnlich.

Nun führte uns unser Weg durch die Gassen der Altstadt, die teilweise schon weihnachtlich geschmückt sind.

Irgendwann kamen wir zum Castell de San Marcos. Es ist klein, aber nett. Wer Eintritt zahlt, kann sich das Kastell auch von innen ansehen.

An der Außenwand wurde eine Gedenktafel für den Einwohner Christopher Colon und seine legendäre (2.) Entdeckungsreise in die Neue Welt angebracht. Ebenso werden sein Begleiter Juan de la Cosa und dessen Sohn, erwähnt, die auch Einwohner von Puerto de San Maria waren.

Am gleichen Platz, der Plaza Alfonso X. El Sabio, steht der Palast Aranibar, der von der Westindien-Company 1660 gebaut wurde. Wer möchte kann eine kostenlose Führung durch den Palast bekommen.

Den letzten Teil unseres Spaziergangs legten wir am Flussufer zurück, am alten Brunnengebäude vorbei, und entlang der Promenade.

In Jerez de la Frontera besorgten wir uns ein paar Flaschen Sherry, den wir so gerne trinken, sozusagen als Vorrat für die kalten Wintertage. Da wir schon auf der ersten Reise durch Spanien eine Führung bei Tio Pepe, einer Sherry-Kellerei, mitgemacht haben, beschränkten wir uns diesmal auf den Besuch des Direktverkaufs von Tio Pepe, dem Wine Shop Tienda. Dort bekommt man auch von anderen Weinkellern Sherry, Wein, Gin und Whisky zu kaufen.

Auf dem Weg von Jerez de la Frontera nach Sevilla führt die Straße durch eine flache Hügellandschaft, in der hauptsächlich Wein und Oliven angebaut werden. In größeren Abständen stehen die Gebäude der Haziendas in der Landschaft verteilt. Auffallend ist aber, dass viele Flächen neu bepflanzt wurden. Vor allem die Olivenbäume sind alle noch jung, oder wurden gerade erst gepflanzt. Hat sich das Klima verändert, dass jetzt hier Olivenanbau betrieben wird?

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz um Sevilla herum fanden wir die römische Stadt Itálica. Sie liegt am Nordrand von Sevilla, in Santiponce. Dort kann man auf einem großen Parkplatz, direkt hinter dem kleinen Amphitheater von Itálica stehen.

Bis zum Eingang der Ausgrabungsstätte ist es ein guter Kilometer zu laufen. Schon beim Vorbeigehen an dem Hügel, auf dem sich damals Itálica ausbreitete, sind Grundmauern zu sehen.
Der Eintritt kostet für EU-Bürger nichts, alle anderen bezahlen 1,50€.
Diesem Besuch widme ich einen eigenen Beitrag, denn dieser würde den Rahmen hier sprengen.

Inzwischen feierten wir schon den 3. Advent. Zum 4. Advent wollen wir bei einem Kumpel im portugiesischen Alentejo sein. Also müssen wir uns langsam beeilen und die Tageskilometer etwas ausweiten.

Auf der diesjährigen Fahrt wollen wir durch den Doñana-Naturpark fahren, den wir letztens ausgelassen hatten. Eigentlich hatten wir die Straße von Bollullos, westlich von Sevilla, nach Almonte herausgesucht, aber bei Park4night schrieb jemand, dass diese Straße sehr schlecht ist. Viele Straßen hier im Südwesten Spaniens sind schlecht, haben wir festgestellt. Deshalb folgten wir der Empfehlung, in Pilas abzubiegen und über Villamanrique de la Condesa nach El Rocio zu fahren. Diese Straße ist auf der Karte als sehr kleine Straße gekennzeichnet, trotzdem lässt sie sich gut fahren. Es herrscht wenig Verkehr, die Straße ist gut, nur die hässlichen Bremsschwellen tauchen öfters auf. Dies ist jedoch ein kleiner Preis für die beschauliche Fahrt durch den Doñana-Naturpark.

Kugelpinien bestimmen das Bild, hin und wieder von Weiden für Pferde, Rinder oder Schafe unterbrochen. Auf beiden Seiten der Straße verlaufen Zäune, was die Idylle ziemlich trübt. Viele Störche haben sich hier niedergelassen und haben ihre Nester auf den Strommasten besetzt, zumindest dort, wo es genügend Wasser gibt. Es hat in der letzten Zeit sehr viel geregnet, so dass auf weiten Flächen Wasser zu finden ist. Auch viele Flüsse führen wieder Wasser, gerade richtig für die Störche. Etliche Störche fliegen gar nicht mehr nach Afrika, sondern verbringen den Winter in Spanien/Portugal.

Um El Rocio herum stehen wieder Gewächshäuser, diesmal mit Erdbeeren bestückt, die gerade blühen.
Von hier aus fuhren wir zum Strand zurück. Zwischen Matalascañas und Mazagon fanden wir einen herrlichen Parkplatz zwischen Straße und Dünen. Nach einer Kaffeepause spazierten wir durch die Dünen zum Strand, auf einem 1,3 Kilometer langen Bretterweg.

Es ist eines der bedeutendsten Küstendünengebiete Europas, mit dem Namen Mèdano del Asperillo. Die über einhundert Meter hohen Sandwellen dringen bis weit ins Landesinnere vor. Sie sind damit die höchsten Dünenformationen Europas. Ihre Entstehung begann vor etwa 11.000 Jahren.

Die Sanddünen beherbergen eine an die extremen Lebensbedingungen angepasste Vegetation, die stark an die Macchia Sardiniens erinnert. Das Rückgrat bildet der Küstenwacholder. An einer einzigen Stelle fanden wir Pilze, Erdsterne, die wir hier nie vermutet hätten.

Dagegen haben wir nur einen einzigen kleinen Vogel gesehen, eine Grasmücke.

An der Steilküste wurde ein Aussichtspunkt eingerichtet, mit Blick über die Küstenlinie nach beiden Seiten. Eine Treppe führt zum Strand hinunter. Hier ist die versteinerte Dünenkante zu sehen. Sie erstreckt sich über zwölf Kilometer und ist teilweise dreißig Meter hoch. Somit beansprucht diese Gegend schon wieder ein Superlativ: es ist die höchste Sandklippe Europas. Zudem besteht sie aus verschiedenfarbigen Sandschichten, die sich im Laufe ihrer Geschichte gebildet haben. Neben der normalen Sandfarbe sorgen Eisenoxid für Orange und Torf für Grau. Der Torf sorgt dafür, dass hier mehr Pflanzenarten überleben können als in anderen Dünen, wie zum Beispiel die weiße Krähenbeere, ein Heidekrautgewächs, und Rosmarin.

Durch die Erosion entstehen die lappenförmigen Kanäle, auch Tunnel oder Rohre genannt, die wir auf der Fahrt hierher schon oft gesehen haben und die uns immer wieder faszinieren. Durch das Versickern des Regenwassers durch diese Tunnel wird die Dünenkante instabil und bricht nach und nach ab. Übrig bleiben wunderschöne rinnenförmige Reliefs.

Da übernachten im Doñana-Naturpark nicht gestattet ist, fuhren wir nach Punta Umbria, südwestlich von Huelva, wo wir einen schönen Platz direkt am Strand fanden. Die Sonne schien sogar und es war mal schön warm, so dass wir den Nachmittag am Strand verbringen konnten. Dies ist gleichzeitig der Abschied von der spanischen Küste, bevor wir nach Portugal weiter fahren.

Tarifa

Kurz vor Tarifa steht die Vogelbeobachtungsstation Cazalla. Eine kurze Auffahrt von der N340 aus führt dorthin. Sie liegt auf einem Hügel mit einer 360°-Rundumsicht. Gerade kam die Sonne heraus, so dass wir eine schöne Sicht über die Straße von Gibraltar nach Marokko und die Küste entlang zu den Valdevaqueros-Dünen hatten. Wer sich Informationen zu den Vogelarten, die sich hier aufhalten, und deren Flugrouten holen möchte, kann dies in der Station tun.

Um Tarifa zu besuchen, stellten wir das Wohnmobil oberhalb der Stadt auf einem großen Parkplatz ab, auf dem wir auch die Nacht verbrachten. Gleich nebenan kann man sich im LIDL versorgen.
Zuerst spazierten wir an den Westrand von Tarifa, um uns den Wohnmobil-Stellplatz anzusehen. Der wurde inzwischen ausgebaut und kostet 15,-€.

Ganz in der Nähe bietet der neue und nett gestaltete Aussichtspunkt von Tarifa einen schönen Blick über die Umgebung.

Auf dem Weg in Richtung Altstadt und Hafen kommt man an der alten Stierkampfarena vorbei, die jedoch nur von außen besichtigt werden kann.

Auf der Avenida Andalucia bogen wir zum Parkplatz ab, wo unser Wohnmobil stand. Auf dem Weg dorthin fiel uns ein alter viereckiger Turm auf, etwas weiter noch einer. Oh, dass ist doch die alte Stadtmauer von Tarifa. Der Eckturm ist der San-Sebastian-Turm, der seinen Namen von der nahegelegenen Einsiedelei hat.

Noch ein Stück weiter steht das große Stadttor „Puerta de Jerez“, durch welches wir die Altstadt betraten.

Wir schlenderten durch die Gassen, die von schlichten weißen Häuserfassaden begrenzt werden. Ab und zu ist auch ein Palast dazwischen, mit maurisch gestalteten Erkern. Hin und wieder lässt sich auch ein Blick in die kleinen Innenhöfe erhaschen.

Irgendwann kamen wir zur Kirche des Heiligen Apostels Mateo. Das neogotische Innere der Kirche ist ziemlich schlicht. Das besondere sind allerdings die Gewölbe über dem Hauptschiff. Solche floral gestalteten Rippen haben wir zuvor noch nie gesehen. Wie das statisch funktioniert, keine Ahnung.

Neben dem Haupteingang fanden wir zwei Templerkreuze.

Hinter der Kirche steht dann das Stadttor „Puerta del Retiro“, an das sich die komplette alte Stadtmauer nach beiden Seiten anschließt.

Auf der anderen Straßenseite steht ein auffälliges Gebäude, mit maurisch gestalteten Fenstern und einer Kuppel. Es ist der „Alte Hof“. 1927 im Stil einer Moschee erbaut, diente das Gebäude als Mädchenschule.

Am nächsten Tag richteten wir unsere Schritte zur Insel Tarifa. Bevor man zu dem Damm kommt, der die Insel mit dem Festland verbindet, steht man vor dem Kastell von Tarifa, welches allerdings durch kuppelartige Bunker aus dem 2. Weltkrieg zu seinen Füßen verschandelt wurde.

Eine Informationstafel klärt auf, dass der kleine Hügel früher eine Insel war und seinen Namen einer Einsiedelei aus dem 16. Jahrhundert verdankt, die der Heiligen Katharina von Siena gewidmet war. Daher hat die Burg auch den Namen „Santa Catalina“.
Später diente die Anlage als Lazarett und Pulvermagazin. In der Zeit des spanischen Unabhängigkeitskrieges bauten britische Ingenieure eine Festung dorthin. Das kleine neugotische Gebäude, welches heute noch bewundert werden kann, wurde 1933 als Flaggenstation fertig gestellt.

Um die Insel Tarifa zu erreichen, geht man nun über einen Damm, der gleichzeitig die beiden Meere, das Mittelmeer und den Atlantik, voneinander trennt.

Das Gelände der alten Militärkaserne kann nicht betreten werden. Es sind aber Teile der alten Mauer und Fort-Reste zu sehen. Unser Ziel, den südlichsten Punkt des europäischen Festlandes zu erreichen, war damit auch vom Tisch, leider.

In der Antike war die Insel ein heiliger Ort der Phönizier, die hier Gräber hinterließen. In islamischer Zeit diente die Insel als Steinbruch. Die gebrochenen Steine wurden zum Beispiel für den Bau der Burg „Guzman el Bueno“ (Guzman dem Guten) und anderer islamischer Befestigungen entlang der Küste verwendet.
Ende des 16. Jahrhundert errichtete man einen Wachturm, der Anfang des 19. Jahrhunderts zum Leuchtturm umfunktioniert wurde. Ungefähr zur gleichen Zeit wurde der Damm gebaut.

Bis 2001 diente die Festung als Militärkaserne, danach als Internierungslager für Ausländer in Irregulären Situationen.
Auf jeden Fall bietet sich von der Insel aus ein schöner Blick zurück nach Tarifa.

Am Hafen und der Burg „Guzman el Bueno“, deren Anfänge aus dem Jahr 960 stammen, vorbei spazierten wir zurück zu unserem Parkplatz.

Auf dem Weg dorthin kamen wir noch am „Casino und Lyzeum“ vorbei. Drinnen lädt eine Bar zum Kaffee ein. Deshalb gingen wir hinein und fanden das Innere noch im Originalzustand. Das Gebäude wurde 1875 fertiggestellt. Im Erdgeschoss sind die Wände mit schönen Fliesensockeln versehen. Ein Salon und die Bibliothek sind darin untergebracht.

Das Obergeschoss wird vom Liceo Tarifeño eingenommen. Dies ist ein kleines und charmantes Theater. Es war eine lange Zeit das Zentrum des kulturellen Lebens in Tarifa. Hin und wieder wird es auch heute noch genutzt.

So haben wir diesmal jede Menge von Tarifa gesehen und es hat uns gefallen.

Costa del Sol – Nachtrag

Wie schon an der Costa de Almeria so wurde auch an der Costa del Sol in den letzten neun Jahren sehr viel gebaut. Daher gibt es heute noch weniger Platz für Wohnmobile als früher, aber auch zu Fuß ist es eine Herausforderung geworden, durch die Städte zu spazieren, oder auch nur durch die Randgebiete. Der Verkehr hat so sehr zugenommen, dass man als Fußgänger kaum noch über die Straße kommt. Es macht einfach keinen Spaß mehr.

Von Marbella bis nach Estepona begleitet eine lange Vulkankette unsere Fahrt auf der A7. Weiter hinten sind dann die Gebirge aus hellem Stein zu sehen. In dieser Gegend hat aber der Sandstein wieder das Zepter übernommen.

In San Luis de Sabinillas hielten wir um etwas einzukaufen. Der LIDL besitzt einen zweiten großen Parkplatz, auf dem wir genug Platz fanden.

Daher beschlossen wir uns auch den Strand anzusehen. Der kleine Ort und seine Promenade sind recht nett, und die Einwohner haben Sinn für Kunst. Viele Wandgemälde, Reliefs, kleine und große Kunstwerke zieren den Ort.

Die kleine Kirche ist kaum zu sehen.

Zum Übernachten hatten wir uns einen Platz am Strand ausgesucht. Es ist der letzte Strand-Parkplatz am Mittelmeer auf dieser Rundreise und wir wollten Abschied vom „warmen“ Mittelmeer nehmen. Gegenüber ist das erste Mal die Küste Afrikas, genauer gesagt: Marokko – Ceuta bis Tanger, zu sehen. Leider nicht lange, denn es wurde diesig und Afrika verschwand.

Der Strand Playa de Cala Sardina liegt zwischen den kleinen Orten San Diego und Torreguadiaro. Auf dem Spaziergang am Strand entlang kamen wir am südlichen Ende an eine Sandsteinformation, die viele schöne Fotomotive hergibt. Das Besondere sind die dunkelbraunen Verfärbungen, die zum Teil aussehen, als wäre Eisen weg gerostet. Tatsächlich sind die dunkelbraunen Steine etwas schwerer als der gelbe Sandstein. Eisenhaltiges Gestein ist ja an seiner rotbraunen Farbe zu erkennen.

Aber auch die Formen, die Wind und Wasser in den Sandstein geschliffen haben, sind aufregend.

Auf dem Felsen darüber stehen die Ruinen eines ehemaligen Forts, mit Namen Casa Fuerte de Cala Sardina. Es stehen nur noch die Außenwände, die zudem Graffiti-beschmiert sind. Das Fort bestand aus einem ummauerten Innenhof und einem länglichen Gebäude mit mehreren nebeneinander liegenden Räumen. Von der Terrasse aus hat man einem guten Blick über die Küste und das Meer.

Spaziert man weiter auf der Straße entlang, kommt man nach Torreguadiaro. Zwei Hochhäuser dominieren den Strand. Allerdings ist der Strand zur Hälfte von Felsen durchsetzt, die sich bis ins Wasser ziehen. Das sieht toll aus, aber baden ist nur am felsenfreien Strand möglich.
Im Hintergrund ist schon Gibraltar zu sehen.

Unterhalb der beiden Hochhäuser findet man auch wieder interessante Sandsteinformationen, die weit ins Meer hinein reichen.

Auf etwa acht Metern schauen vier große runde Flusssteine aus der Felswand. Das sieht schon merkwürdig aus. Wie werden sie dorthin gekommen sein? Was ist da in lange vergangenen Zeiten passiert?

Sicher lässt sich an diesem Strand und in näherer Umgebung noch mehr entdecken, aber es wurde für die kommenden Tage Regen voraus gesagt. Da steht man besser nicht am Strand, der offensichtlich bei Nässe zu Schmierseife wird. Außerdem führt die Ausfahrt bergauf, also verließen wir den schönen Ort und fuhren weiter.

Wir wollten Gibraltar noch einmal besuchen, aber diesmal nur die Stadt.

Das Wohnmobil stellten wir in La Línea auf dem Stellplatz an der Marina ab. Der Platz, auf dem wir vor neun Jahren standen, existiert nicht mehr. Von dort aus war es bis zum Grenzübergang nicht weit. Von der Marina aus muss man da schon einen guten Kilometer laufen.

Die Passkontrolle war lasch, nur ein kurzer Blick von den Grenzbeamten. Dann läuft man über das Flugfeld des Flughafens von Gibraltar.

Nordwand des Gibraltar-Felsens, mit Löchern, die zum 2. Weltkrieg-Bunker gehören

Eigentlich wollten wir in die Altstadt laufen, aber jetzt wird gerade überall gebaut. Dazu war gerade die Schule aus und Feierabend. Die Leute stürzten eilig durch die Gegend, so dass wir kaum vorwärts kamen. Fußwege gibt es gerade nicht, nur schmale Wege, die von Bauzäunen begrenzt werden und nur Platz für zwei Personen nebeneinander bieten. Dazu der nicht unerhebliche Baulärm. Als wir an der alten Stadtmauer ankamen, hatten wir keine Lust mehr auf noch mehr Betrieb und bogen zur Küste ab, um über das Ocean Village nach La Línea zurück zu kehren.

Noch einmal werden wir Gibraltar wohl nicht besuchen, denn auch hier wurde und wird massenhaft gebaut. Am nördlichen Fuß des Gibraltar-Felsens stehen heute mehrere Hochhäuser, die es vor neun Jahren noch nicht gab.

Jetzt war wieder einmal ein Regentag angekündigt, also beschlossen wir, diesen Tag als Einkaufstag zu verbringen. Deshalb fuhren wir nach Palmones, zwischen La Línea und Algeciras gelegen. Dort befindet sich ein großes Gewerbegebiet mit vielen Geschäften, durch die man schlendern kann.

Zudem fließt ganz in der Nähe der Rio de las Cañas O Palmones in die Bucht von Gibraltar/Algeciras. Am gegenüber liegenden Flussufer liegen Salzwiesen und Dünen, die aber nur von Algeciras aus zu erreichen sind.

Der Playa de Palmones wird durch diesen Fluss und die Bucht begrenzt. Von hier aus hat man noch einmal einen schönen Blick auf den Felsen von Gibraltar. Viele Schiffe und Fähren von und nach Marokko steuern Algeciras an, oder verlassen den Hafen wieder.

Nun kann man entlang des Flussufers wieder zurück zum Gewerbegebiet spazieren, was ganz nett ist, und vor allem ruhig.

Dort findet man auch eine Sonnenuhr der besonderen Art, sehr künstlerisch gestaltet und mit Bedienungsanleitung.

Durch Zufall fanden wir auch die Agentur Carlos, die empfohlen wird, wenn man mit dem Auto nach Marokko möchte.

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